Man sollte nicht immer so schwarz sehen..
Das vergangene Wochenende ist natürlich presenter in meinem Kopf, da fallen mir mehr Sachen ein, die ich schreiben kann. Zumal ich da auch noch dabei war. An dieser Stelle nochmal ein Aufruf an alle Leser: vielleicht fühlt sich ja tatsächlich jemand berufen, selbst mal was zu schreiben oder hat eine Geschichte, die man hier erzählen kann. Meldet euch, ich würde mich freuen.
Freitag Abend, so gegen 9. Ich bin schon halb eingeschlafen, klingelt das Telefon: Jens, was machst du morgen, fragt der Maxi. Keine Ahnung, Trübsal blasen, antworte ich. Ich fahre nach Oberemmendorf. Hä, was is los? Oberemmendorf, wieso, wer, wann? Karl hat grad was in die Gruppe geschrieben. Wenn du dich schnell bei ihm meldest, kannst bestimmt noch mitfahren. Gesagt, getan. Und schon ging's am Samstag Morgen, zusammen mit Seppi, der den letzten Platz ergattern konnte und Schos, dessen Auto noch vom Freitagsflug in OE stand, eben in das selbe.
Die Fahrt war sehr kurzweilig, Karl ist eine guter Unterhalter wie jeder weis. Aber beim Blick aus dem Fenster und auf die Donau, äh, ich meine natürlich die Altmühl beim Zwischenstop in Jachenhausen wurde mir eins schnell klar: sitzt du hier irgendwo ab, dann bist frühesten Sonntag abend wieder zuhause! Claudia würde sagen, hier ist ja garnix außer Landschaft!
In OE angekommen, wurden wir dank unserer Begleiter freundlich von der diensthabenden Startleiterin Nora begrüßt. Ja, sowas haben die dort, da kommt jeder mal dran. Die Anzahl der anwesenden Piloten war recht überschaubar. Schos meinte, wir sollten doch schonmal zu einem Testflug starten, man würde uns auch unten wieder abholen. Das Angebot nahm ich gerne an, Parawaiting ist eh nicht meins. Kurz vor halb 1 waren Seppi und ich in der Luft. Rechts abgebogen und 1 min später rein in den Bart. Schön, und an Landen war nicht mehr zu denken. Die anderen ließen noch etwas auf sich warten. Karl kam 20 min später dazu. Ich scharrte schon mit den Füssen, wollte endlich losfliegen, aber Karl flog immer in die falsche Richtung. Ok, dann reicht die Höhe wohl nicht. Also weiter hoch. Aber dieses Fliegen in der Warteschlange ist auch nicht meins, wie alles, wo warten dabei ist. Ich wollte los, Neuland endecken! Kurz nach 1 kamen dann auch Maxi und Schos dazu. Schos fackelte dann auch nicht lange und flog ab bei knapp 1400. Ok, dann weis ich jetzt Bescheid. Karl und Maxi hinterher. Ich war da natürlich grad wieder unten. Bis ich dann die Höhe hatte, waren alle anderen weg. Der Sepp auch, der war schon vorher verschwunden.
Eigentlich hatte ich mich drauf eingestellt, mindestens 2 mal nach Absaufern wieder hochzulaufen und schließlich mit einem Auto den Rückholjob zu übernehmen. Naja, kann ich ja immernoch machen, jetzt flieg ich erstmal los. Die Wolkenstrasse entlang der Donau 😜 wies mir den Weg, Ost passt auch. Mit den neuen, helleren Sonnenbrillengläser sahen die Wolken auch ganz vertrauenswürdig aus. Nur die Basis war ziemlich tief. Egal. Jetzt noch diesen doofen Vogelluftraumsperrbezirk umfliegen.. ja, wo war der denn. Sicher war ich mir nicht, die Altmühl macht da ziemlich viele Schleifen. Aber ich glaube, ich bin vorbeikommen.Bis jetzt hat mir noch niemand Hausverbot erteilt.
Weiter gehts über den Donaudurchbruch mit dem Kloster Weltenburg und der Befreiunghalle. Leck mich am Arsch, wo bin ich den da überall drübergeflogen! Kannte ich alles garnicht bis jetzt 😁. Again what learned.
Da ist auch das alte Atomkraftwerk in Landsberg- määäh. Ist doch Wurscht, Hauptsache die Richtung stimmt: Ost zeig mir mein Kompass. Passt. Der Reini, ein Arbeitskollege, der wohnt doch in Neustadt a.d.D.. Den ruf ich an, wenn ich absitze. Ha, der wird sich freuen, wenn ich ihm den Kühlschrank leer fresse 😊.
Das erste Mal knacke ich die 70 Km/h. Das gefällt mir. Denn hinter mir wirds immer schwärzer. Ja, gut, es gibt keinen Superlativ von schwarz, aber in Bayern schon. Ich reite quasi auf der Schatten-Sonne-Grenze, die nach Osten zieht. Meine Peilung ist aber NO. Geiler Querflug. Wind ist schon mittelkräftig, aber geht noch. Südlich von Bad Abbach hab ich nur noch a bisserl mehr wie 800m auf dem Tacho. Irgendwo hatte sich die Wolkenstrasse geteilt. Die südliche hat besser ausgeschaut und war es auch, was ein kurzer Abstecher nach Nord bestätigte. Aber das unvermeidliche kommt immer näher. Bei Aufhausen nur noch 630 m.
Da, ein gelb roter Gleitschirm ist noch schlechter dran als ich. Ein letzter Bart bringt mich zurück auf 1350, aber das reicht leider nicht weiter. Bei Perkam muss ich landen. Kurz noch eine Meldung vom Vario: RMZ Straubing ist sehr nah. Also nochmal aufpassen, das da nichts schief geht. Merke: ich muss mich nochmal um die Lufträume kümmern.
Happy am Boden, Brille absetzen. Gottseidank hab ich neue Brillengläser. Die Wolken schauen wirklich böse aus. Das Telefon klingelt. Maxi und Sepp sind schon unterwegs. Besser gehts nicht und mir bleibt der Rückweg durch die Wallachei erspart. Danke dafür!
Karl und Schos sind auch gelandet und schon auf dem Weg zum Landebier. Wir treffen uns im Wirtshaus. Karl erzählt Geschichten. Und einer ist immer dabei: Norbert. Und so wie Karl über ihn redet, würde es ihm gefallen. Wir alle haben irgendwann unseren letzten Flug. Ich hoffe, er wird nicht so tragisch enden wie der von Remi Bourdelle. Und ich hoffe, Toni ist friedlich eingeschlafen in seinem Biwack. Zum Glück kennen wir das Wann und Wie nicht. Aber was wäre, wenn wir es wüssten. Was würden wir denken und was bleibt am Ende?
Es geht nicht um Bundesligapunkte und auch nicht um den Kontostand. Es geht um Menschen, die ihr in eurem Leben getroffen habt, die euch inspiriert haben und es geht um Erlebnisse. Das ist was bleibt, mehr können wir nicht mitnehmen.
Wir sehen uns, spätestens zur Weihnachtsfeier.
Nachtrag: Jetzt hätte ich das wichtigste fast vergessen. Wir schließen die Bundesligasaison 2026 mit einem anständigen 5. Platz ab. Auf dem 6. Platz landen die Baiersbronner, eigentlich punktgleich mit uns. Wahrscheinlich haben wir mehr Tageseinzelsiege, sprich das bessere Torverhältnis?!
Egal, wir konnten uns gegenüber dem letzten Jahr um eine Platz verbessern. Ziel erreicht!
Urlaub
So, jetzt ist die Saison auch wieder vorbei und grad die letzten Wochenenden vergingen wie im Flug. Ich wollte wirklich was schreiben in meinem Urlaub, doch leider... na, ihr wisst schon..
Fangen wir an mit der Woche 26.
Oh ha, was ist denn da passiert: wir konnten den 1. Platz in dieser Runde erfliegen! Und wem haben wir das zu verdanken? Einem unsere besten, großartigsten, schönsten, geschicktesten und mutigsten Piloten überhaupt und ever, dem König von allen: King Karl dem Großen!
Er flog neuen Sommerbergrekord mit 161,6 km freie Stecke in 5:44h. Respekt, nicht schlecht für einen alten Sack. Wer hat dich da vorher wieder beschimpft?
Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Thema mit der intrinsischen und extrinsischen Motivation? Manche brauchen mehr von der einen, um wirklich Leistung zu bringen. Aber bei Karl ist es nochmal anders. Positive Erwähnungen schmeicheln seinem Ego, aber wirklich gute Flüge liefert er nur ab, wenn man ihn abkanzelt, miesmacht und herunterputzt! Frustfliegen nennt er das dann.
Also Karl, wenn du nächstes Jahr dem Geschriebenen nicht gerecht wirst, dann gehörst du wirklich zum alten Eisen, wirst Ehrenmitglied in unserer Kackvogelhosenbisslergruppe und musst zu Weihnachstfeier 2027 im Minirock und blonder Perücke auf dem Tisch tanzen. Die Fleischwurscht hat dann jemand anderes in der Hose.
Entweder 300 km oder unter den ersten 3 in der DGCB-Rangliste! Motiviert dich das oder muss ich mir da noch die Peitsche von Beate ausleihen? Ich werde dich zum Saisonstart nochmal dran erinnern!
Kommen wir zu den leiseren Tönen: Christian Zach kommt gleich dahinter mit dem größten flachen Dreieck bisher vom Sommerberg: 156,4 km in 6:41. Ist natürlich ebenso stark, auch wenn der Christian nicht so schön ist wie der Karl.
Btw., ich freue mich immernoch auf die Expressfahrt von Regensburg nachhause...
Einen gibt's noch. Einer, bei dem weniger mehr ist, der immer mit nobler Zurückhaltung glänzt. Und der immer ausschaut, als hätte er Verwandte in Arfika: Moritz ist dafür verantwortlich, dass ich meinem Iota treu bleibe. Er schafft es immer wieder mit seinem mittlerweile in die Jahre gekommenen alten Rush gegen die Platzhirsche zu reüssieren. Er zeigt uns, wieviel wichtiger der Pilot ist unter dem Schirm und was mit den Schirmen der B-Klasse möglich ist.
Viele Piloten würden wahrscheinlich wesentlich besser fliegen, wenn sie dem vermeintlich größeren Prestige eines höher eingestuften Gleitschirms widerstehen könnten.
Runde 27: Eine Zweigstelle in Bassano wäre wirklich keine schlechte Idee, Tom. Der Gedanke, schnell mal nach Italien am Wochenende und günstig und unkompliziert übernachten, würde mir gefallen. Naja, am "günstig" würde es wohl eher scheitern und an das "üppige" Frühstück bestehend aus Haferflocken mag ich garnicht denken. Aber gut, irgendwas ist immer, oder Tom 😘
Egal, hier geht es um die Bundesliga und da konnte Tom Zettl als vielversprechendes "Nachwuchstalent" und Hosenbisslermitglied Seppi ordentlich punkten. Zusammen mit Arbeitspferd Albert, der in Kössen sein Glück versuchte, erreichten die drei den 11. Platz und brachten uns wertvolle 7 Punkte ein.
Runde 28: Und wieder der Tom! Respekt. Aber kein Seppi mehr :-(. Eine Woche Bassano und jeden Tag den Berg hochlaufen zwingen selbst unseren Konditionstärksten in die Knie. Das war Samstag. Am Sonntag blies der Wind aus NW. Viele Möglichkeiten bleiben uns da nicht zuhause. Als einziger konnte sich der Moritz motivieren. Er flog mit 36 km vom Sommerberg auf Platz 2. Andere verschlug es zum Hochficht. Aber leider konnten Erwin, Alex und Robert dort nicht viel ausrichten. Einzig dem Max Oberneder gelang ein Flug über knapp 28 km. Diese vorletzte Runde bringt uns den 8. Platz und 11 Punkte.
Bitte beachtet, dass die ED-R Grafenau wieder aktiv ist vom 14.09.-18.09. und vom 21.09.-25.09.26.
Die Sperrungen dauern jeweils von Montag 08:00 h bis Freitag 16:00 h.
Nachzulesen ist das ganze in der entsprechenden NfL des DHV hier.
Informationen zur Ausdehnung sind unter dem Link rechts zu finden.
Vereinsausflug

Die Saison neigt sich dem Ende, der Vereinsausflug markiert dabei den Höhepunkt des Fliegerjahres. Und es war wieder richtig was los. Zwar hatte ich den Eindruck, dass dieses Jahr der Campingplatz nicht so voll war wie sonst. Lag vielleicht daran, das Maria Himmelfahrt auf einen Samstag fiel. Jedensfalls waren wir Bayerwaldler so stark vertreten wie nie. Knapp 40 Piloten, oft mit Familie, waren angereist, um zu entspannen, zu baden und natürlich zu fliegen. Die Wetterbedingungen waren prima, nur die ausgepägte Bodeninversion und eine stabile Schichtung der Luftmassen vehinderten einen frühen Thermikeinsatz. Die Nächte waren angenehm kühl, so dass sich der Boden relativ stark abkühlte. Die Morgensonne brauchte dann entsprechend viel Zeit, um diese Luftschicht wegzubrennen. So erklärt es mir zumindest mein Spezl Gemini.
War man dann endlich in der Luft, gab es kein Halten mehr. In der vergangenen Woche wurden allein in Greifenburg 4 FAI größer 100 km von Bayerwaldpiloten geflogen. Böse Zungen behaupten, der Markus Seidl hätte was nachzuholen. 8 Flüge, 2 FAIs mit mehr als 100 km und fast 30 Stunden Flugzeit in einer Woche! Dafür brauchen andere das ganze Jahr.
Auch der Alex Resch hat sich kurz in Greifenburg blicken lassen, um abzuräumen: 123 km standen am Samstag bei ihm auf dem Tacho. Dabei hatte er noch den Zweitplatzierten Christian Zach im Schlepptau. Christian flog bis auf 4130 m! Da musste ich kurz mal nachschauen, normalerweise beginnt der kontrollierte Luftraum E in den Alpen bei Flightlevel 130, also knapp 4000 m. Aber das gesamte Gebiet um Greifenburg befindet sich in der CTA Großglockner. Damit beginnt Luftraum E erst auf 4410 m. Wieder was gelernt. Das wäre doch mal ein Ziel für die Hosenbisslergruppe: 4000 m nächstes Jahr in Geifenburg?
Jedenfalls konnten wir diese BL-Runde klar dominieren und kassieren fette 18 Punkte! In der Gesamtwertung bringt uns das nochmal 2 Plätze nach vorne auf den 6. Platz.
Dreieckswetter
Potentieller Hammer-Bedingungen war die Vorhersage von Burnair. Entsprechend sah es dann auch am Startplatz aus. Die Bude war voll! Bei unseren tschechischen Nachbarn gewinnt der Hausstein zunehmend an Beliebtheit. 24 Piloten allein aus CZ. Aber wir hatten auch Ukrainer, einen Amerikaner und unseren Quotenneuseeländer A.J. Selbst ein Österreicher findet seinen Weg zu uns, sollten die doch eigentlich die besseren Flugberge haben?! Und dann wurde auch noch der längste Flug des Wochenendes vom Hausstein aus geflogen. Georg Bube flog eine flaches Dreieck von 208,6 km in knapp 8 h. Das war der längste Flug überhaupt am Samstag im DHV-XC. Länger als der Flug vom DHV-XC Spitzenreiter D. Balabanov, der von der Grente "nur" 208,5km flog, dafür aber ein FAI.
Das ist Werbung für den Bayrischen Wald. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das will. Leute, wir sollten die Startgebühr erhöhen. Massiv 😉.
Zwei FAIs von - wie könnte es anders sein - von Moritz und Alex Fischer - über jeweils 132,3 und 130,8 km und einmal freie Strecke vom Hausstein bis kurz vor den Chiemsee vom Christoph Antwerpen über 141,9 km stehen auf der Bundesligaliste. Das brachte uns den 4. Platz und satte 15 Punkte. Damit rutschen wir wieder auf Platz 8 vor. Sauber gemacht!
Ein dickes Lob geht auch an unsere Gastpiloten. Das Bezahlen der Startgebühr funktioniert unaufgefordert. Das Verhalten am Startplatz und in der Luft ist anständig, respektvoll und fair. Dafür seid ihr herzlich willkommen bei uns!
Btw. was wäre der BL-Bereicht ohne eine Geschichte? Ok, ich hab schon einige erzählt und bin mir nicht mehr ganz sicher, ob ihr die überhaupt noch lesen wollt? Gebt mir bei Gelegenheit Feedback.
Eine Geschichte erzähl ich euch noch.
Die Gruppe "Projekt Regensburg", mittlerweile umbenannt in "100", war fast vollständig anwesend am Hausi, nur Seppi sitzt schon in Greifenburg. Erneut fragt mich jemand vorm Start, wo es hingehen soll. Ich sage: der Wind kommt aus SO, also fliege ich nach NW. Maxi ist schon ganz heiß und faselt irgendwas von "Regensburg". Boah ehrlich, ich bin a bisserl flugmüde. Die Hitze tut ihr übriges. Motivation schaut anders aus. Ich dachte für mich, ich flieg a bisserl dahin und dann a bisserl dorthin und dann wieder zurück.
Kurz danach bin ich in der Luft, Aufdrehen dauert etwas länger. Mir persönlich sind das zuviele Piloten. Jeder dreht wild in jede Richtung. Schnell mache ich mich auf Richtung Vogelsang mit dem Gedanken, hinter zum Sommerberg zu fliegen.
Ich hab keinen Stress, hatte prima Flüge in der vergangenen Woche und drehe gemütlich jeden Bart aus, bis ich in den kühleren Regionen angelangt bin. Gedanken schweifen ab, müde bin ich auch, das Vario piepst mich fast in den Dämmerschlaf.
Plötzlich, ich kann es kaum glauben, rückt eine gelber Schirm in meine Blickfeld. Das kann doch nicht.. doch tatsächlich, es ist der Maxi - welche eine Freude. Und er macht mir unmissverständlich klar, in welche Richtung es gehen soll.
Ok, gute Freunde lässt man nicht hängen, bringen wir Maxi auch endlich nach REGENSBURG. So fliegen wir eine ganze Weile zusammen. Bernhard gesellt sich zwischenzeitlich auch noch zu uns und übernimmt die Spitzenposition. Die Windräder sind erreicht, jetzt könnte es tatsächlich funktionieren! Ich halte mich leicht nördlich, immer mal wieder rausfliegend, um nicht in die Wolken "gesogen" zu werden. Maxi ist eher südlich unterwegs. Bis er plötzlich verschwunden ist. Ich kann ihn nicht mehr sehen, nur Bernhard ist sichtbar im FANET. Er liegt mittlerweile deutlich vor mir. Der Camino geht a bisserl besser als mein Iota. Aber ich bin etwas in Habacht-Stellung und überstrapaziere den Beschleuniger nicht. Das letzte Mal kurz vor Regensburg flog ich in einen Bart, von dem ich eigentlich nicht glaubte, das es sowas gibt. Vario Anschlag 10m/s hob es mich halb aus meinen Sitzgurt und rein in den Luftraum über REG. Der ging zum damaligen Zeitpunkt bis 14h. 14:21 o.s. bin ich reingeflogen...Glück gehabt. Für alle Unwissenden: über REG erstreckt sich die EDR 144 Franken. Der Luftraum ist Montag bis Donnertag von 9.00 bis 17.00 h aktiv, freitags nur bis 14.00 und geht von 2280m bis 3050m.
Seit diesem Vorfall hab ich jetzt immer Ersatzunterhosen dabei. Btw. Männer, frische Unterhosen sind nie verkehrt!
Und tatsächlich, der Waldrücken ist biestig. Diesmal nicht ganz so schlimm, nach vorne, nach hinten, nach links, nach rechts. Dann hatte ich die Wildsau wieder eingefangen.
Maxi kommt wieder in mein Blickfeld, doch deutlich tiefer als gewünscht. Nicht gut. Der Blick voraus zeigte noch eine Wolke über oder knapp vor Regensburg. Sonst alles blau. Das ist auch nicht gut. Bernhard ist noch deutlich vor mir, aber ich beschließe, umzukehren. Maxi ist knapp vor REG. Ich finde, das kann man gelten lassen.
Irgendwann klingelt dass Telefon. Headset geht nicht, in Nullkommanix bin ich auf 180. Dieses scheiss Telefon bringt mich noch zur Weißglut. Man ist so schön im Flow, bis es klingelt. Im nachhinein stellte sich heraus, es war der Robert. Dieser Teufelskerl ist mit seinen Buben, dem Robin, mit dem Tandem auch bis Reg geflogen und dort gelandet. In kurzen Hosen ohne Handschuhe. Robert schrieb mir, Robin wollte auch mal steuern, spürte seine Hände aber nicht mehr... ja, so lernt man am schnellsten...
Vor mir lag jetzt der Rückweg, mittlerweile deutlich wolkenärmer. Naja, die fu.. B20 kenn ich ja gut, zurück komme ich eh nicht. Also, was solls.. schön jeden Bart ausdrehen. Es geht, es geht sogar gut, auch im blauen. Die B20 quere ich mit komfortablen 2000 m, kurz vor Hunderdorf stehen 2560 m auf dem Tacho. Das war 16:30 ca. Geiler Scheiss! Über der - ich nenn sie mal Bayerwaldridge - stehen die letzten Wolken. Ich komme an mit knapp 1300 und kann wieder an die Basis aufdrehen. 2100 m. Das gibts doch garnicht! Weiter Richtung Vogelsang. Am Butzen erneut hoch auf 1800. Ich glaub's nicht, der Landeplatz liegt in greifbarer Nähe. Und tatsächlich, nach fast 6h stehe ich wieder am Hausstein.
Hab eigentlich damit gerechnet, das gar keiner mehr da ist. Aber mitnichten. Viele konnten am Samstag weit und lange fliegen. Alleine 2x 200 km + und 19 x über mehr als 100 km, geflogen überwiegend von tschechischen Piloten. Respekt!
Kaum gelandet und in Sichtweite der anderen Piloten, da kommt es wieder, dieses spezielle Bayerwaldfeeling, welches es nur bei uns gibt. Jeder Flieger wird empfangen wie ein Sieger, egal wie weit er geflogen ist. Ob blutiger Anfänger, der seine ersten 20 km geflogen ist oder der alte Hase, der wieder knapp an den 300 vorbeigeschramt ist. Alle freuen sich mit einem und finden lobende Worte. Das geht runter wie Öl und motiviert ungemeint. Ich bin happy, bei euch dabei zu sein!
Nachtrag: Maxi hatte Probleme mit seinem Vario. Aber er hat es wohl noch zusammen mit Bernhard, der dann auch umgekehrt ist, zurück bis Hunderdorf geschafft. Damit gibt es hier auch einen PB. Maxi, das freut mich sehr für dich, Gratulation! Wird auch Zeit nach 20 Jahren ☺️.
Vereinsmeisterschaft
Nach der Vereinsmeisterschaft der Osserflieger fand am vergangenen Wochenende unsere Vereinsmeisterschaft statt. Die Wettervorhersage war eher bescheiden, wurde aber immer besser, so daß, Unkenrufen mancher zum Trotz, unser Wettbewerb tatsächlich stattfinden konnte. Leichter Nieselregen begleitete die Auffahrt zum Startplatz und der erste Blick in die Startschneise offenbarte einen seltenen Anblick: die Wolkenbasis lag tatsächlich tiefer. Nun, das blieb nicht so und irgenwann machten sich die ersten startklar.
Etwas ungläubig schaute ich auch irgendwann nach oben, als ich beiläufig mitbekam: der Ewi steigt mit 4 m/s!
Gurt umgeschnallt und los gings. Die Aufgabe war einfach: so lange wie möglich in der Luft zu bleiben. Ist nicht meins, weil grundsätzlich eher langweilig. Aber diesmal war es anders: man konnte die ganze Zeit über "Wetter" beobachten. Man konnte sehen, wie Wolken entstehen, wandern und sich wieder auflösen, wie die Basis Meter um Meter höher wanderte während man selbst darin herumfliegt. Faszinierend würde Spock dazu sagen 🖖.
Meine Faszination wich dann aber trotzdem irgendwann dem Drang, die weitere Umgebung zu erkunden und endete schließlich auf einer Wiese in Nadling. Viele andere hatten mehr Geduld. Ich will hier nicht vorgreifen - es gab noch Bonuspunkte für die Landung im Landekreis. Aber die Sieger des Wettbewerbs sind die üblichen Verdächtigen. Für Streckenflieger offentsichtlich eine wichtige Eigenschaft: Sitz-gurt-fleisch 🤣.
Alles in allem eine gelungene Veranstaltung und die Aufgabe genau richtig für diesen speziellen Tag.
Die Bundesligapunkte wurden dann aber am Sonntag erflogen. Der Tag war besser gemeldet als der Samstag und so teilten sich KK, Peter Lang, Christoph Antwerpen das Podium und belegten den 11. Platz in dieser Bundesligarunde.